Eine interdisziplinaere Installation aus Kunst und Wissenschaft

Im Rahmen des Projektjahres Muenchen852 bringt der Chaos Computer Club Muenchen das alte Hertie-Kaufhaus an der Silberhornstrasse, Puerto Giesing, zum Leuchten. Viele kleine Lampen machen die Fenster des Buerogebaeudes zum interaktiven Bildschirm.

Inspiriert vom Projekt Blinkenlights stellt jedes einzelne Fenster - von innen mit einer Lampe beleuchtet - ein Pixel eines solchen Bildschirms dar. Jede/r kann bunte Formationen auf das Gebaeude zaubern: die “intelligenten” Lampen sind miteinander vernetzt und werden ueber das Internet gesteuert. Die energiesparenden LED-Lichter sind eine Eigenentwicklung des Chaos Computer Clubs Muenchen. In ausnahmslos ehrenamtlicher Arbeit der Vereinsmitglieder wurden Platinen entworfen und weiterentwickelt: Neben einer Vielzahl von Anwendungssoftware entstanden im Laufe der Jahre auch einige Kunstprojekte - die bislang groesste Installation ist es nun, den ehemaligen Hertie in der Tegernseer Landstrasse 64 in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Das Gebaeude hat vier Stockwerke mit je zwoelf Doppelfenstern - insgesamt 96 Fenster. Jedes dieser Fenster wird von innen mit einer RGB-LED beleuchtet und wird damit zu einem einzelnen Pixel eines riesigen Bildschirms. Die Fassade ist interaktiv: Ueber diese Webseite koennt ihr - und koennen Menschen aus der ganzen Welt mit dem riesigen Bildschirm interagieren und Ihre eigenen Texte, Bilder und Animationen abspielen.

Ansicht einer Moodlamp Platine Eine mehrjaehrige interdisziplinaere Arbeit von Informatiker/innen, Elektrotechniker/innen, (Medien-)Kuenstler/innen und weiteren Disziplinen steht hinter dem Projekt. Im Mittelpunkt stehen der Entwurf und die stete Weiterentwicklung einer Platine (der Lampe) und ihrer elektronischen Komponenten. Außerdem wurde ein technisches Protokoll entwickelt, das es ermoeglicht, die Lampen über Funk, Infrarot, USB oder ueber ein Netzwerk (z.B. das Internet) anzusteuern. Daneben entstanden eine Vielzahl von Anwendungs­programmen und eine eigens entwickelte Programmiersprache, mit deren Hilfe Animationen entworfen werden. Diese koennen dann von den intelligenten, miteinander vernetzten Lampen abgespielt werden.

Von der Idee, ueber den Entwurf und die Programmierung, bis hin zur Realisierung der Lampe und der daraus entstandenen Kunstinstallationen wurde saemtliche Arbeit in langjaehriger, ausnahmslos ehrenamtlicher Arbeit von Mitgliedern des Chaos Computer Club Muenchens geleistet.

Im Jahre 2001 realisierte der Chaos Computer Club Berlin das Projekt Blinkenlights, Vorlaeufer und Ideengeber fuer das jetzige Projekt des Chaos Computer Club München: Im Haus des Lehrers am Alexanderplatz wurde hinter jedem Fenster ein Baustrahler installiert, der von einem zentralen Computer ein- und ausgeschaltet wurde. Acht Etagen mit je 18 Fenstern stellten damit einen Bildschirm mit 144 Pixeln dar. Ueber Internet und Handy konnten Buerger der Stadt und Menschen weltweit eigene Nachrichten und Animationen auf der Fassade anzeigen lassen.

Aehnliche Projekte wurden im Jahr 2002 in Paris in der Bibliothèque Nationale de France, sowie 2008 in Toronto - vom inzwischen eigenständigen Projekt Blinkenlights - in der City Hall wiederholt.

Fuer das Projekt AllColoursAreBeautiful hat der CCC Muenchen Platinen mit Leuchtdioden in den Grundfarben Rot, Gruen und Blau entwickelt. Diese Platinen werden hinter den Fenstern installiert und von einem zentralen Computer aus angesteuert. So kann erstmals jedes Fenster einer kompletten Fassade in jeder moeglichen Farbe beleuchtet werden. In kleineren Installationen, unter anderem auf dem Chaos Communication Congress in Berlin, hat der CCC Muenchen die technische Machbarkeit des Projektes bereits unter Beweis gestellt.

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  • Last modified: 2021/04/18 12:35
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